Sonnenenergie für Westafrika e.V.

SEWA ist ein gemeinnütziger Verein, der an der Verbesserung der Lebensbedingungen in Westafrika arbeitet. Verschiedene Projekte rund um Solarenergie werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern realisiert und langfristig verfolgt.

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Wir finanzieren unsere Arbeit fast ausschließlich mit Spenden. Mit einer Vereinsmitgliedschaft, einer Projektkooperation oder einer Spende können Sie unsere Projektarbeit in Burkina Faso unterstützen.

Letzter Praktikumstag bei SEWA

Heute war mein letzter Tag bei SEWA! Vier spannende Wochen in Ouagadougou gehen damit zu Ende. Nachdem ich die ersten beiden Wochen erstmal zur Eingewöhnung und Einarbeitung brauchte, war ich in den letzten beiden Wochen doch recht produktiv. Zusammen mit meinem Kollegen Yeral von SEWA haben wir verschiedenste Dokumente überarbeitet und verbessert. Meine Hauptaufgabe war die Verbesserung des Fragebogens, der während der Nachbesuche bei den elektrifzierten Schulen und Krankenstationen (CSPS) von Yeral zusammen mit dem Schuldirektor oder seinem Stellvertreter bzw. dem Comite de Gestion der Krankenstationen ausgefüllt werden soll. Es ging vor allem darum, sich zu überlegen, welche Fragen für eine Projektauswertung und Messung des Erfolgs von SEWA-Projekten wichtig sind. Dafür habe ich mich zunächst in das Thema Solarelektrifizierung und dessen Impact-Messung eingelesen. Danach habe ich eine Matrix mit den Zielen, Outcomes und Outputs SEWAS erstellt. Dies hat die Basis gestellt, um daraufhin mögliche Projektindikatoren zu definieren. Mit diesen Informationen konnte ich dann den existierenden Fragebogen umstellen und mit Yeral auf seine Praxistauglichkeit hin besprechen (denn er hat ja schon jahrelang Erfahrung mit Besuchen und Installationen der Schulen und Krankenstationen). Danach habe ich mir Feedback bei den in Deutschland arbeitenden aktiven Vereinsmitgliedern von SEWA eingeholt und den Fragebogen noch einige Mal überarbeitet. Nun ist er endlich fertig und ich hoffe, dass er sich in der Praxis tauglich zeigen wird und in Zukunft helfen kann, die Wirkung der Projekte genauer zu messen und zu evaluieren.

 

 

Da heute mein letzter Arbeitstag war, habe ich die Kollegen von SEWA und MicroSow zum Essen eingeladen. Wir haben Reis mit Erdnusssoße bzw. Tomatensoße gegessen – beides Gerichte, die ich in den vier Wochen bei SEWA fast täglich gegessen habe – also etwas Bewährtes zum Abschluss!

 

Falls sich jemand dafür interessiert, wie die Hühnerverfütterung an die Krokodile vor 2 Wochen war: ein Erlebnis! Von 10 Krokodilen umgeben zu sein während 1 Meter vor einem jemand lebende Hühnchen in der Hand hält, das macht einem schon Angst! Anscheinend sind die heiligen Krokodile von Bazoulé Menschen aber überaus gewöhnt, spdass sie selbst wenn man sich auf sie draufsetzt oder sie streichelt (siehe Foto), sich um keinen Zentimeter bewegen. Also nochmal Glück gehabt! Ich kann jedem einen Besuch Burkina Fasos und ein Praktikum bei SEWA nur empfehlen: Man wird auf jeden Fall Erfahrungen fürs Leben sammeln!

 

Letzte liebe Grüße aus Ouaga,

 

Julia

 

 

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Zweiter Praktikumsbericht: Von Solarelektrifizierungen, Familienfesten und gigantischen Wassermassen

Meine zweite Praktikumswoche bei SEWA geht seinem Ende zu. Diese Woche sind wieder viele neue Eindrücke auf mich eingestürzt, und ich habe bei meiner Arbeit bei SEWA viel über das Thema Solarelektrifikation in Afrika lernen können. Da ich an der Verbesserung der Fragebögen für elektrifizierte Schulen und Krankenstationen arbeite, habe ich mich erst einmal in die vorhandene Literatur zum Thema etwas eingelesen. Ich habe gelernt, dass Afrika südlich der Sahara der niedrigst elektrifizierte Teil der Erde ist, in Burkina Faso hat z.B. nur 1% (2005) der ländlichen Gegenden Zugang zu Elektrizität(Ouattara, 2010). Da in Westafrika die Menschen auf dem Land in verstreuten Siedlungen leben, sind die Anschlusskosten an ein Elektrizitätsnetz wie wir es aus Deutschland gewohnt sind, nur unter hohen Kosten möglich, die weder die Regierung noch die Menschen vor Ort, bereit und fähig sind zu zahlen. Photovoltaik (PV) Module stellen daher eine Möglichkeit dar, dezentral über die Kraft der Sonne (vor der ich mich hier nur mit Sonnenschutzmittel LSF 50 und langer Kleidung etwas schützen kann) Elektrizität herzustellen. Der größte Vorteil von PV ist die Erzeugung von Licht, das in Qualität und Gesundheit den alternativ genutzten raucherzeugenden Petroleumlampen, Kerzen oder vollkommender Dunkelheit ab 18/19 Uhr weit überlegen ist. Jedoch bleibt die PV-Techniktrotz sinkender Weltmarktpreise immer noch unerschwinglich für die große Mehrheit der armen Haushalte in Afrika. Außerdem wird kritisiert, dass der hohe Importanteil an PV-Technik zu einer weiteren Abhängigkeit Afrikas an ausländischen Waren führt. Nichtsdestotrotz gehört PV in einen ausgewogenen Energiemix jedes afrikanischen Landes aufgrund des schieren Angebots an Sonnenstrahlung und kann - wie das Beispiel Deutschland gezeigt hat - durch geeignete staatliche Instrumente auch gefördert werden – nur geschieht das in Burkina Faso noch so gut wie gar nicht. PV-Anlagen können nämlich auch erhebliche Vorteile haben, erst recht wenn, wie SEWA es macht, sich Solarelektrifikation nicht nur auf einzelne Haushalte, sondern auf Schulen und Krankenstationen konzentriert, wo positive Effekte für bessere Bildung und Gesundheit wahrscheinlicher zu erzielen sind als mit Installationen für private Haushalte, wo der Strom nämlich oft (und wer kann es den Leuten verdenken) für TV und Radio genutzt wird (die nichtsdestotrotz auch indirekte Bildungeffekte haben können, z.B. über Nachrichten oder das Vertrautmachen mit anderen Sprachen). In Schulen kann eine Elektrifizierung der Klassenräume dazu führen, dass die Schüler auch nach dem Einbrechen der Nacht (hier etwa 18Uhr) noch lernen, Hausaufgaben erledigen oder sich auf Prüfungen vorbereiten können. Lehrer auf dem Land können sich durch das Solarlicht besser auf die Unterrichtsstunden des folgenden Tags vorbereiten. In Krankenhäusern können z.B. Geburten ohne den Gebrauch von Taschenlampen begleitet und Patienten behandelt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand und stellen tatsächlich einen Meilenstein für die Schulen und Krankenstationen auf dem Land in Burkina Faso dar. Jede Spende für eine Elektrifikation hat damit einen langanhaltenden Effekt für die Menschen dieses Landes.

 

Neben der Arbeit bei SEWA habe ich in den ersten beiden Wochen in Ouagadougou auch viele Dinge des täglichen Lebens hier entdeckt, gestaunt und oft in mich rein geschmunzelt. Ich staune jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit über die vielen hübschen Frauen in ihren bunten Kleidern, die auf ihren Mopeds an mir vorbeidüsen. Da merkt man, dass wir in Deutschland auch mal einen Farbtupfer mehr vertragen könnten! Ich bin überaus beeindruckt von den Frauen, die hier alle möglichen Dinge auf dem Kopf mit sich herumtragen und so beide Hände immer frei haben: da schweben Kleidung, Nahrungsmittel, aber auch Stühle in der Luft und das beste Jonglierstück überhaupt, was ich bisher gesehen habe: ein bis zwei Paletten Eier! Wieviel Übung bzw. Selbstbewusstsein muss man dafür haben!

 

Auch bin ich erstaunt, wie die Leute hier einfach so auf dem Boden schlafen können. Als sich meine SEWA-Kollegin Solange das erste mal nach dem Mittagessen hinter mir auf den Boden legte, um zu schlafen (ohne Kissen, Decke, nix) konnte ich es erst gar nicht glauben. Mittlerweile habe ich mich an meine auf den Boden schlafenden Arbeitskollegen gewöhnt?. Essensmäßig gibt es hier nicht viel Abwechslung. Ich sage nur „Reis, Reis, Reis“! Mal mit Tomatensoße, mal mit Erdnusssoße – quasi im Tageswechsel. Nun bin ich als Vegetarierin hier natürlich sowieso ein bisschen eingeschränkt – aber auch ist es eine Konfrontation mit der Realität in Burkina Faso: Gemüse und Obst gibt es wenig und kostet so viel, dass es sich die meisten Einheimischen gar nicht leisten können. Auch wenn ich die Mangos hier total klasse finde – leider sind die 2 Euro für 5 Mangos trotzdem für viele zu viel Geld.

 

Da ja derzeit Regenzeit ist, regnet es in Ouaga fast täglich – was einerseits gut ist, da es dadurch nicht so warm ist, andererseits stellt der massive Regen hier ein wirkliches Infrastrukturproblem dar, denn viele Straßen in Ouaga sind nicht betoniert, sondern sind einfache Straßen aus der hier typischen roten Erde. Regnet es, füllen sich die Straßenlöcher umgehend mit Wasser und ganze Straßenabschnitte werden überschwemmt. Gestern Abend habe ich den richtigen Moment zum nach Hause fahren verpasst und hätte es mit meinem Moped auch gar nicht mehr nach Hause geschafft. Selbst manche Autos haben sich hier auf der Straße vorm Büro im Schlamm festgefahren, eins ist sogar ausversehen in den Abwasserkanal gefahren und umgekippt, weil das Wasser so hoch stand, dass man Straße von Kanal nicht unterscheiden konnte. Als mich zwei Kollegen dann im Jeep nach Hause gefahren haben, kamen wir an einer riesigen Wasserfläche vorbei. Ich: „Ist das einer der drei Stauseen von Ouaga?“ Antwort: „Nein, das ist nur ein überschwemmtes Feld.“ Die Wassermassen, die hier vom Himmel fallen, sind wirklich gigantisch!

 

Heute hat einer der MicroSow-Kollegen die Geburt seiner Tochter gefeiert. Nach muslimischer Tradition lädt man wohl 7 Tage nach Geburt Familie und Freunde zu sich nach Hause ein und gibt dem Kind dann seinen Namen. Es wurde ein Schaf geschlachtet und schon 10Uhr morgens laut Disco-Musik aufgedreht sowie ein Reismilch-ähnliches Getränk serviert. Ich habe die Möglichkeit genutzt mal ein paar Fotos von den Gästen und der größer gewordenen Familie zu schießen (siehe Fotos).

 

Nun bin ich schon auf mein zweites Wochenende in Ouaga gespannt: wir wollen in zu einem heiligen See mit Krokodilen fahren, denen wir ein Hühnchen opfern werden (obwohl ich damit als Vegetarierin nicht wirklich einverstanden bin). Mal schauen, ob ich mich überwinden kann.

 

 

 

Viele Grüße aus Ouaga,

 

Julia

 

 

Erste Eindrücke vom Praktikum bei SEWA in Ouagadougou

Mein Name ist Julia Hoffmann. Ich bin 26 Jahre alt und ich absolviere diesen Juli 2012 ein Praktikum im Büro von SEWA in Ouagadougou. Nach meinem Abschluss in Umweltwissenschaften und Nachhaltigkeit im Juni dieses Jahres habe ich mich – zusammen mit meinem Freund, der ebenfalls ein Praktikum in der Hauptstadt Burkina Fasos macht – entschieden, nach Ouagadougou zu kommen. Mit dem Praktikum bei SEWA habe ich die Möglichkeit, mich zum ersten mal mit dem Thema der Solarelektrifizierung auseinanderzusetzen, die lokalen Probleme aber auch Lösungsansätze kennenzulernen, als mich auch hoffentlich nützlich in die Projektarbeit SEWAs einzubringen. Nachdem ich in Deutschland durch ein Telefongespräch sowie kleines Vorbereitungsseminar mit vier der SEWA-Freiwilligen durch viele Informationen aus erster Hand ein ungefähres Bild von Ouagadougou machen konnte, und Teile der Arbeit SEWAs kennengelernt habe, haben wir entschieden, dass ich hier vor Ort am besten bei der Verbesserung der Fragebögen an Schulen und Krankenstationen sowie der Projektevaluierung mitwirken kann.

 

Nun bin ich seit 3 Tagen in Ouagadougou. Die ersten Eindrücke sind wirklich überwältigend. Schon beim Aussteigen aus dem Flieger auf dem „Internationalen Flughafen Ouagadougou“ (der übrigens der einzige, aber auch mitten in der Innenstadt gelegene Flughafen ist) überfällt einen die Hitze. Es ist zwar gerade Regenzeit und damit etwas kühler, aber da der deutsche Sommer dieses Jahr nun nicht gerade warm ausgefallen ist, macht ein plötzlicher Sprung auf 30 Grad dann doch schon etwas aus. Kaum raus aus dem Flieger (in dem ich übrigens schon meinen ersten Heiratsantrag von meinem Sitznachbarn erhalten habe), ging es dann auch schon rauf aufs Moped, denn abgeholt wurde ich von Freunden meines Freunds, die – wie so gut wie alle Menschen hier – auf 2 Rädern unterwegs sind. Irgendwie haben wir auf dem Moped auch meinen 60 l-Backpack verstauen können und los ging es durch den abenteuerlichen Ouagadougou-Verkehr: Abgasladung inklusive.

 

An meinem ersten Tag habe ich auch gleich Solange, die Sekretärin von SEWA in Ouagadougou kennenlernen können. Sie wohnt im selben Stadtviertel wie ich: in Cissin, im Süden der Stadt. Wir verabredeten uns für den folgenden Morgen, damit ich mit ihr gemeinsam zum SEWA-Büro fahren könne. 7:30 Uhr morgens ging unsere gemeinsame Mofa-Fahrt durch Ouagadougou los. Circa 45 min brauchen wir, denn ihr Mofa gehört eher zu den langsameren Modellen – was aber gar nicht so schlimm ist, denn so bleibt mehr Zeit, um die neue Umgebung und die Menschen um mich herum zu beobachten: viele kleine Geschäfte, die Taschen, Möbel und andere Dinge verkaufen; Essensstände, viele Straßenhändler und -verkäufer und jede Menge kleine Motorrad“werkstätten“ unter freiem Himmel – die wir in den drei bisherigen Tagen auch schon zweimal nutzen mussten. Vorbei kommen wir auch an vielen Regierungsgebäuden, die sich - zumindest laut Aufschrift - um „nachhaltige Entwicklung“ und „Wirtschaftsentwicklung“ kümmern. Viel zu sehen ist davon leider in Realität nicht. Die Armut und Umweltverschmutzung sind überall offensichtlich – und es fällt einem schwer, damit umzugehen. Auch wird einem bewusst, wie viele ausländische Organisationen in Ouagadougou arbeiten: Die großen Jeeps, die an einem vorbeirauschen, gehören oftmals zu UN-Organisationen oder anderen Entwicklungshilfeeinrichtungen.

 

Wie man schon merkt, es gibt jede Menge zu berichten aus Ouagadougou und sicherlich auch bald mehr von meiner Arbeit hier. Darüber schreibe ich das nächste Mal.

 

Warme Grüße aus Ouaga!

 

Julia

 

 

Elektrifizierung des CSPS und der Grundschule in Pathiri


Installation der Leitungen und Lampen in der Schule in Pathiri Ein weiterer Lichtblick in Burkina Faso: Bereits im März 2006 wurde im Dorf Pathiri ein Klassenraum der Grundschule durch SEWA elektrifiziert. Dank der Spende des Gymnasiums Fürstenried war es nun im Februar 2012 möglich, noch einen weiteren Raum der Schule und das nahe gelegene CSPS, die örtliche Krankenstation, mit Solar-Paneelen für lichte Abendstunden auszustatten. So bieten nun die beiden wohl wichtigsten Gebäude der kleinen Ortschaft auch nach Sonnenuntergang noch Licht zum Lernen und Arbeiten.

En brousse – auf geht's in den Busch

Als sich Michael Bührer am 07.02.2012 zusammen mit dem Team unseres langjährigen Partners MicroSow auf den Weg nach Pathiri machen möchte, muss er erleben, wie ihm der Winter des Sahelstaates kurzer Hand einen Strich durch die Rechnung macht: Auf Grund des Harmattan, dessen kalte Luft jede Menge Sand mit sich bringt, ist der geplante Start der Mission für diesen Tag unmöglich. Doch Michael reagiert gelassen - der 29-jährige Vorsitzende des Vereins Movement e.V. ist seit Jahren in Burkina-Faso aktiv und weiß, dass hier vieles nicht sofort klappt, wie man es sich vornimmt. Seit 2009 kennt Michael die Aktivitäten von Sonnenenergie für Westafrika e.V. (SEWA) und bot dem Verein im vergangenen Jahr dankenswerterweise seine Hilfe an: Er wird die Elektrifizierungsmission nach Pathiri begleiten und den SEWA-Mitarbeiter Yéral Dicko bei der Photodokumentation unterstützen. Am folgenden Tag sieht der Himmel schon viel besser aus und so startet der Geländewagen mit Michael, Yéral und den Technikern von MicroSow von der Hauptstadt des Landes, Ouagadougou, aus in Richtung des kleinen Dorfes im Norden des Landes. Die ersten Kilometer werden noch auf Teer zurückgelegt, doch dann geht es schnell „en brousse“ - in den Busch, wo mit Schlaglöchern übersähte Sandpisten die einzigen Verbindungswege von einem Dorf zum nächsten darstellen. Nach knapp zwei Stunden Fahrt durch die zu dieser Jahreszeit verhältnismäßig kühle Luft kommt das Team in Pathiri an und wird von den Kindern der vier Klassen lauthals empfangen.

Eine Grundschule erweitert ihre Möglichkeiten...

Gerade einmal 1,700 Menschen sind in diesem Dorf fernab von Strom oder fießendem Wasser zu Hause. Doch fast 600 - also gut ein Drittel davon - sind Kinder im schulfähigen Alter, für die Gesundheit und Bildung natürlich besonders wichtig sind.
Dimaz installiert das Panel auf dem Dach der Schule in Pathiri Nach der Ankunft in Pathiri machen sich die Techniker gleich ans Werk, auch den zweiten Klassenraum der Grundschule für eine Elektrifizierung vorzubereiten. Währenddessen ist der Direktor eingetroffen und gemeinsam mit Yéral und Michael bespricht er die Handhabung und Auslastung der Anlage. Als die kleine Gruppe daraufhin zum anderen Klassenraum kommt, entdecken sie, dass die Techniker bereits gut vorangekommen sind – am selben Abend noch werden die Kinder der Schule auch hier das Licht der Energiesparlampen zum Lesen und Lernen nutzen können.
Am Ende dieses Tages sind Michael und Yeral, besonders aber auch die Techniker erschöpft und darum dem Naaba - dem Dorfältesten - sehr dankbar dafür, dass er Ihnen Kost und Logis auf seinem eigenen Hof anbietet. So werden die tüchtigen Männer mit Essen und sogar mit warmem Wasser zum Duschen versorgt.

… und die Krankenstation zieht nach


Yéral erklärt den Umgang mit der Solaranalage Am nächsten Morgen nehmen die Techniker gleich die beiden Gebäude des CSPS in Angriff. Um der Krankenstation den Betrieb nach Untergang der Sonne zu ermöglichen, müssen natürlich auch hier das Panel und die Batterie installiert, jede Menge Kabel verlegt und Lampen angebracht werden. In der Zwischenzeit haben sich Michael und Yéral mit der Elterngemeinschaft der Schule eingefunden, um zu besprechen, was mit der erst am Vortag erweiterten Anlage möglich, aber auch, was nicht ratsam ist. Dazu erklärt Yéral an Hand des „Plaque d'entretien“ die wichtigsten Punkte der Instandhaltung und der ordnungsgemäßen Handhabung. Das „Plaque d'entretien“ ist ein Schild mit leicht verständlichen Piktogrammen der „dos and don'ts“ des Umgangs mit der Installation. Dieses wird im Anschluss über dem Batteriekasten angebracht, damit die Nutzer der Anlage jederzeit an die wichtigsten Instruktionen erinnert werden. Licht in der Schule in Pathiri Währenddessen ist einige Zeit vergangen, die die Techniker nicht ungenutzt haben verstreichen lassen. Die Arbeit an der Krankenstation geht zügig voran und so können die Bewohner des Dorfes bereits an diesem Abend die erleuchteten Räume des CSPS bestaunen. Bisher war es dem Personal nur im Licht einer schummrigen und gesundheitsschädlichen Petroleumlampe möglich, auch nach 18 Uhr noch Patienten zu versorgen oder gar die Geburt eines Kindes zu begleiten. Das Spenderschild des Gymnasiums Fürstenried-West Durch die Installation der Solaranlage wurden hier die Möglichkeiten in großem Maße vereinfacht und erweitert. Am Ende des Tages kann das Team stolz auf seine Arbeit blicken. Die Krankenstation und auch ein zweiter Klassenraum profitieren in der Zukunft von hilfreicher Solartechnik. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf das ganze Dorf: Die Schüler können nach Sonnenuntergang ihre Hausaufgaben machen, die Lehrer ihren Unterricht vorbereiten und das Personal der Krankenstation ist auch dann problemlos in der Lage zu helfen, wenn nachts medizinisch Not am Mann oder der Frau ist.

Und wie geht's weiter?

Mit der Elektrifizierung des zweiten Klassenraums und der Krankenstation in Pathiri ist das Projekt natürlich nicht abgeschlossen. Eine nachhaltige Verbesserung kann nur dadurch gewährleistet werden, dass in regelmäßigen Abständen Nachbesuche durchgeführt werden, die den Austausch mit der Bevölkerung des Dorfes und dabei ganz besonders mit dem Personal der Grundschule und der Krankenstation ermöglichen. In den nächsten zwei Jahren wird SEWA drei Nachbesuche in Pathiri durchführen, um zu verfolgen, wie die Installationen in der Grundschule und der Krankenstation von Pathiri genutzt werden.

Projektreferenz: 

Gando: Ein architektonisches Meisterwerk wurde nun mit einer Solaranlage ausgestattet


Francis Kéré stammt aus dem burkinischen Dorf Gando und konnte mit 19 Jahren dank eines Stipendiums ein Architekturstudium in Berlin beginnen. Während seiner Studienzeit entwarf Francis Kéré einen Neubau der Grundschule in Gando. Er legte sehr großen Wert darauf, sein Projekt sowohl an die Bedürfnisse als auch an die Möglichkeiten der Menschen in seinem Heimatdorf anzupassen. So erfand er beispielsweise eine neuartige Dachkonstruktion, die auf natürliche Weise eine bessere Durchlüftung der Räume sicherstellt. Außerdem achtete er darauf, möglichst lokal verfügbare Ressourcen wie Lehm zu verwenden.

Die Grundschule von Gando Das Projekt hatte sehr großen Erfolg. Als das erste Gebäude der Grundschule eröffnet werden konnte, waren nicht nur die Menschen in Gando begeistert. Das architektonische Meisterwerk fand auch international Anerkennung. Im Jahr 2004 wurde es mit dem renommierten Aga-Khan-Preis für Architektur ausgezeichnet und sogar das Museum of Modern Art in New York stellt das Projekt auf seiner Internetseite vor. In Deutschland wurde Francis Kéré dann einer breiteren Öffentlichkeit bekannt, als Christoph Schlingensief ihn für sein visionäres Vorhaben, in Burkina Faso ein Operndorf zu errichten, gewinnen konnte.

Die Solarinstallationen in Gando wurden vom Kepler-Gymnasium Pforzheim finanziert Das Kepler-Gymnasium Pforzheim ist die Partnerschule der Grundschule Gando. Eine Gruppe aus Schülern, Lehrern und Eltern rund um Peter Gloede engagierte sich für eine lebendige Partnerschaft. Einige Schüler reisten vergangenes Jahr nach Burkina Faso, um das Dorf Gando zu besuchen. Dort lernten sie den Alltag der Menschen kennen, die weit ab des öffentlichen Stromnetzes leben. Nach ihrer Rückkehr riefen sie das Projekt "Licht für Gando" ins Leben. Ziel des Projekts: Durch die Installation einer Solaranlage soll eine elektrische Beleuchtung der zentralen Schulgebäude ermöglicht werden. Für die Planung und Durchführung des Elektrifizierungsprojekts kooperierte die Gruppe mit unserem Verein Sonnenenergie für Westafrika e.V. (SEWA). Die Schüler machten sich auf die Suche nach Sponsoren und bewarben sich erfolgreich um eine Projektförderung von der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg. Für die Solarinstallationen in der Grundschule, der weiterführenden Schule und der Krankenstation stehen so bereits über 11.000 Euro zur Verfügung.

Montage der PV-Module auf dem Schuldach Derweil organisierte SEWA in Burkina einen technischen Vorbesuch, um die Solaranlage genau planen zu können. Am 16. Februar 2012 begannen die Elektrifizierungsarbeiten. Auf den Dächern der Grundschule und der weiterführenden Schule wurden Photovoltaikmodule montiert, die Gebäude wurden verkabelt und es wurden Energiesparlampen installiert, die nun die Klassenräum in den Abendstunden hell erleuchten. Natürlich begleitet das Team von SEWA die Installation nicht nur technisch, sondern sensibilisiert auch die Mitglieder der Elternorganisation und die Lehrer, sodass sie verantwortungsvoll mit der Solaranlage umgehen können. Peter Gloede hat über die Installation einen ausführlichen Photobericht erstellt.

Doch noch ist das Projekt in Gando nicht abgeschlossen: In den nächsten Wochen sind weitere Solarinstallationen geplant. So wird auch die neu gebaute Bibliothek mit elektrischem Licht ausgestattet und zwei solare Straßenlaternen sollen den Marktplatz des Dorfs abends beleuchten. Für SEWA ist das Projekt in Gando also nicht nur aufgrund der außergewöhnlichen Architektur der Gebäude eine spannende Erfahrung, sondern es ist auch ein Pilotprojekt, bei dem wir das erste Mal ein Solarsystem im Freien installieren werden. Wir sind gespannt darauf, ob dieses Konzept unsere Erwartungen in der Praxis erfüllen wird.

Neben der Batterie wird eine Plaquette mit Hinweisen zur Nutzung der Solaranlage angebrachtRege Teilnahme an den Diskussionen bei einem Treffen mit den Elternvertretern und Lehrern

Projektreferenz: 

Großes Fest in Goumsin für die Besucherin aus München

Ich wollte ein Land südlich der Sahara kennen lernen und durch die Burkina Faso-Gruppe unserer Schule, die u.a. alljährlich einen Burkina Faso-Abend veranstaltet, gab es auch Kontakte und die Möglichkeit, ein von der Schule finanziertes Elektrifizierungsprojekt zu besuchen.

Durch die Vermittlung der Burkina-Faso-Gruppe und der Hilfe des Vereins Sonnenenergie für Westafrika (SEWA) stand ich schon vor Reisebeginn in Kontakt mit Yéral Dicko, einem Burkinabé, der in Ouagadougou für SEWA arbeitet. Monsieur Dicko half mir, eine burkinische SIM-Card zu kaufen, erklärte mir das Taxi-System in Ouagadougou und organisierte insbesondere meinen unvergesslichen Besuch in Goumsin, einem Dorf südwestlich von Ouagadougou.

Die Beleuchtung der Krankenstation verbessert die Gesundheitsversorgung für über 6000 MenschenIn Goumsin liegt die Krankenstation, deren Elektrifizierung das Gymnasium Fürstenried-West 2007 finanzierte. Beeindruckend bei der Ankunft war schon das Schild über der Tür: „Elektrifiée par SEWA (Energie Solaire pour l’Afrique de l’Ouest) et Gymnasium Fürstenried (Lycée Fürstenried-West, Allemagne) – Vive l’Amitié Germano-Burkinabe“.

Während Monsieur Dicko testete, ob alle Energiesparlampen und die Batterien funktionierten, führte die Hebamme die SEWA-Mitarbeiterin Solange und mich durch die Kranken- und die Entbindungsstation. Sie erklärte, dass Goumsin im Zentrum eines Gebiets mit sechs Dörfern läge und die Menschen aus den weiter entfernten Dörfern einen Weg von 22 km zurücklegen müssten, wollten sie das Gesundheitszentrum besuchen. Diese Entfernung sei ohne befestigte Straßen für Kranke nur schwer überwindbar. Im Flur der Krankenstation warteten mehrere Patienten auf eine Behandlung. Die Kosten von 100 CFA (etwa 15 Cent) seien eigentlich sofort zu begleichen, aber auch später zu bezahlen sei möglich, erläuterte die Hebamme. Die Räume waren aufgrund der heruntergelassenen Fensterläden zum Schutz gegen die stechende Sonne (selbst im Winter) zum Teil recht dunkel. Doch vor allem nachts, zum Beispiel während einer Entbindung, ist das elektrische Licht nötig.

Unterricht in traditionellem burkinischen TanzAls Vertreter meiner Schule wurde ich anschließend offiziell empfangen: Im Schatten waren Plastikstühle im Kreis aufgestellt und nach und nach versammelten sich dort die Männer des Dorfes - die Frauen blieben in einigem Abstand stehen. Ich ahnte, dass mir zu Ehren gefeiert werden sollte. Der Festakt begann mit eines Musikeinlage, Trommeln und Pfeifen, mit Tanz. Nach der Ansprache und Dankesrede des „Présidents du Coges“, dankte der Dorfälteste mir stellvertretend für das Gymnasium Fürstenried. Im Anschluss sprachen der Vorsitzende der CSPS und Monsieur Dicko, bevor ich meinerseits vom Gymnasium Fürstenried erzählte: Ich beschrieb den Mossi – die Übersetzung auf Moré erfolgte unmittelbar – das Treiben auf unserem Weihnachtsbasars, auf dem die Schüler Plätzchen und Kuchen ebenso verkaufen wie selbstgebastelten Weihnachtsschmuck, um den Erlös an SEWA zu spenden. Aus der Ferne erklangen schon die Trommeln der zweiten Musikgruppe, die in traditionellen Kostümen langsam nähertanzte. Zwei Hühner und eine Ziege als Geschenk für die Besucherin aus DeutschlandEigentlich nur fürs Foto gesellte ich mich schließlich zu ihnen in den Kreis, bekam die gebogenen Trommelstöcke um den Hals gehängt und versuchte mich an der traditionellen Pfeife – ich kam nicht umhin, im Rhythmus der Musik mit zu tanzen, was den Afrikanern besonders gefiel. Als Höhepunkt überreichte man mich schließlich drei Hähne und einen Ziegenbock, Geschenke, die den großen Dank des Dorfes ausdrückten. Spätestens jetzt war ich sprachlos, die Situation, lebende Tiere geschenkt zu bekommen, überwältigte mich.

So habe ich also nicht nur eine Fülle von Eindrücken und die Burkinabé als liebenswerte Menschen in Erinnerung, sondern auch dieses einmalige Erlebnis. Den Schüler meiner 8. Klasse vermittelten meine Erzählungen und Bilder anschaulich einen Ausschnitt aus dem Leben in Burkina Faso. Und auf dem diesjährigen Burkina Faso-Abend berichtete ich dann der Schulgemeinschaft von meinem Aufenthalt in Burkina und der großen Freude und Dankbarkeit, die mir die Menschen in Goumsin zeigten."

Simone Liebal, Lehrerin am Gymnasium Fürstenried-West

 

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