Sonnenenergie für Westafrika e.V.

SEWA ist ein gemeinnütziger Verein, der an der Verbesserung der Lebensbedingungen in Westafrika arbeitet. Verschiedene Projekte rund um Solarenergie werden in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern realisiert und langfristig verfolgt.

Jetzt spenden mit betterplace.org!

Wir finanzieren unsere Arbeit fast ausschließlich mit Spenden. Mit einer Vereinsmitgliedschaft, einer Projektkooperation oder einer Spende können Sie unsere Projektarbeit in Burkina Faso unterstützen.

Wie weht der Wind? Anemometer-Installation in Pathiri

In dem kleinen Dorf Pathiri  (Gemeinde Arbollé im Nord-Westen von Ouagadougou) wurde vor wenigen Tagen von SEWA e.V. ein Anemometer (Windmessgerät installiert) installiert, um während eines Jahres die Windgeschwindigkeit und Windrichtung zu messen. Das Messinstrument wurde auf einem bereits vorhandenen Wasserturm montiert und befindet sich nun in einer Höhe von ca. 18 Metern. SEWA e.V. möchte herausfinden ob an markanten geographischen Punkten und in relativ großer Höhe die Installation von Kleinwindanlagen als Ergänzung zu Photovoltaik-Anlagen sinnvoll sein könnte.

In anderen Regionen Westafrika gibt es bereits Beispiele fuer den Einsatz von Kleinwindanlagen, so zum Beispiel in Mali.

Projektreferenz: 

Eichstätter Verein Live for Life e.V. stiftet eine Solaranlage in Gambo

 

Der Verein Live For Life e.V. aus Eichstätt hat im vergangenen Jahr durch verschiedene Aktionen und Veranstaltungen Spenden für das Projekt "Licht für Schulen" gesammelt. Am 15. Oktober 2012 konnte dank dieses Engagements nun in der burkinischen Grundschule Gambo eine Solaranlage installiert werden. Der ehemalige SEWA-Zivi Mathias Hübener war bei der Elektrifizierung dabei. Lesen Sie hier den Projektbericht.

 

 
 
  
 
  
 
 
Projektreferenz: 

Online Spenden

SEWA versucht es mit Crowdfunding. Uns ist kurzfristig ein Spender für die Schule in Selbo abgesprungen. Das Projekt war schon fest geplant und die Termine für die Elektrifizierung festgelegt. Leider hat der Spender selbst finanziell zu kämpfen und kann das Projekt nicht mehr unterstützen. Wir wollen die Schule aber nicht hängen lassen, und haben deshalb ein Crowdfunding-Projekt auf Betterplace.org gestartet um über kleine Online-Spenden den Schülerinnen und Schülern in Selbo den Vorteil einer Solarlichtanlage zu ermöglichen. Unser Ziel: Bis Weihnachten wollen wir die nötigen Finanzen in der Tasche haben, um nächstes Frühjahr die Solaranlage installieren zu können.


Link: http://www.betterplace.org/de/projects/11199-licht-fur-schulen

Projektreferenz: 
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POINT (-0.02075460764197 14.065641744358)

solar-afrika.de - neue Homepage

Nachdem wir seit 2007 keine größeren Änderungen mehr an unserer Homepage gemacht haben, wurde es Zeit für eine Überarbeitung der Seite. Die SEWA-Homepage ist für uns ein wichtiges Mittel geworden, um über unsere Projekte zu berichten. Unterstützer und Projektpartner können sich auf unserer Seite über aktuelle und vergangene Projekte infomieren. Für den Relaunch haben wir zahlreiche neue Features eingebaut.

Ziele der Überarbeitung

Beim Erstellen der Seite wurde stark darauf geachtet, die wichtigen Elemente hervorzuheben:

  • Einfache Navigation: nichts ist schlimmer, als Besucher, die nicht finden wonach sie suchen.
  • Gewinnung von Spenden: Wir finanzieren unsere Projekte fast ausschließlich mit Spenden. Das sollte auch auf der Homepage so dar gestellt werden.
  • Vermittlung eines aktiven Vereinsbildes: Wir sind sehr aktiv in unserer Projektarbeit - das sollte die Internet-Präsenz auch vermitteln können.
  • Ein gutes Medienangebot: Unsere Freiwilligen schießen tausende Fotos - auch wenn die Fotos nicht direkt etwas mit der Vereinsarbeit zu tun haben, können wir sie im Internet zur Verfügung stellen. Das erleichtert es uns auch, neue Besuchergruppen anzuziehen.
  • Erleichterte Vernetzung: Die meisten Leute veröffentlichen interessante Inhalte in sozialen Netzwerken wie facebook.

Adaptives Layout für Bildschirme und Smartphones, Druckansichten

Das Layout der Homepage past sich automatisch der Bildschirmgröße an. Auf einem Computerbildschirm ist genug Platz, um neben den Kerninhalten noch Randinformationen abbilden zu können. Dies ist auf Smartphones nicht der Fall - hier ist der Platz begrenzt, und wir zeigen nur die wichtigen Elemente an. Ein heranzoomen in verscheidene Seitenbereiche ist damit nicht mehr nötig.

Wenn man sich eine Seite ausdrucken möchte, kann man direkt eine PDF-Version davon herunterladen. In der Druckversion der Seiten sind zum Beispiel alle Hintergrundfarben entfernt, damit Tinte gespart wird.

Bessere Übersicht über unsere Projekte

Auf den Projektseiten sind zoombare Karten eingebettet, die für jedes unserer Projekte (Sofern wir einen Ort dafür fest legen können) einen Punkt darstellen. Mit klick auf den Punkt öffnet sich ein popup-Fenster, über das man direkt zur Projektseite kommt. Wir haben leider noch nicht für alle Projekte detaillierte Informationen zusammen gestellt - der Bereich befindet sich inhaltlich noch im Aufbau.

Galerie und Facebook-Integration

Unsere Freiwilligen schießen Unmengen an Fotos während der Aufenthalte in Burkina Faso. Viele Fotos davon sind eher "langweilig" und für unsere Dokumentation der Projekte gedacht. Fotos von Batteriekästen sind zwar für uns interessant, haben aber keinen hohen fotografischen Wert. Nebenbei aber entstehen fantastische Aufnahmen. Sonnenuntergänge im Sahel, atemberaubende Portraits, typische Westafrikanische Verkehrssituationen oder Detailaufnahmen von Schuhen, Werkzeug, Tieren, etc...

Diese Fotos sprechen zwar nicht direkt über unsere Projekte - sie sprechen aber über die Eindrücke und Erfahrungen, die unsere Freiwilligen in West Afrika gesammelt haben. Sie bilden die Welt ab, in der unsere Projekte wirken. Viele Portraits sind auf Projektreisen entstanden und zeigen die Menschen, denen wir in Burkina faso helfen. Sie benötigen keinen Kontext und erzählen ihre eigenen Geschichten. Um diese Geschichten teilen zu können ist in der Galerie ein Button, mit dem man ein Foto direkt auf Facebook teilen kann. 

Feedback

Wenn Sie Anregungen zu unserer Seitengestaltung haben, schreiben Sie mir eine E-Mail: ben.graepel@solar-afrika.de

Letzter Praktikumstag bei SEWA

Heute war mein letzter Tag bei SEWA! Vier spannende Wochen in Ouagadougou gehen damit zu Ende. Nachdem ich die ersten beiden Wochen erstmal zur Eingewöhnung und Einarbeitung brauchte, war ich in den letzten beiden Wochen doch recht produktiv. Zusammen mit meinem Kollegen Yeral von SEWA haben wir verschiedenste Dokumente überarbeitet und verbessert. Meine Hauptaufgabe war die Verbesserung des Fragebogens, der während der Nachbesuche bei den elektrifzierten Schulen und Krankenstationen (CSPS) von Yeral zusammen mit dem Schuldirektor oder seinem Stellvertreter bzw. dem Comite de Gestion der Krankenstationen ausgefüllt werden soll. Es ging vor allem darum, sich zu überlegen, welche Fragen für eine Projektauswertung und Messung des Erfolgs von SEWA-Projekten wichtig sind. Dafür habe ich mich zunächst in das Thema Solarelektrifizierung und dessen Impact-Messung eingelesen. Danach habe ich eine Matrix mit den Zielen, Outcomes und Outputs SEWAS erstellt. Dies hat die Basis gestellt, um daraufhin mögliche Projektindikatoren zu definieren. Mit diesen Informationen konnte ich dann den existierenden Fragebogen umstellen und mit Yeral auf seine Praxistauglichkeit hin besprechen (denn er hat ja schon jahrelang Erfahrung mit Besuchen und Installationen der Schulen und Krankenstationen). Danach habe ich mir Feedback bei den in Deutschland arbeitenden aktiven Vereinsmitgliedern von SEWA eingeholt und den Fragebogen noch einige Mal überarbeitet. Nun ist er endlich fertig und ich hoffe, dass er sich in der Praxis tauglich zeigen wird und in Zukunft helfen kann, die Wirkung der Projekte genauer zu messen und zu evaluieren.

 

 

Da heute mein letzter Arbeitstag war, habe ich die Kollegen von SEWA und MicroSow zum Essen eingeladen. Wir haben Reis mit Erdnusssoße bzw. Tomatensoße gegessen – beides Gerichte, die ich in den vier Wochen bei SEWA fast täglich gegessen habe – also etwas Bewährtes zum Abschluss!

 

Falls sich jemand dafür interessiert, wie die Hühnerverfütterung an die Krokodile vor 2 Wochen war: ein Erlebnis! Von 10 Krokodilen umgeben zu sein während 1 Meter vor einem jemand lebende Hühnchen in der Hand hält, das macht einem schon Angst! Anscheinend sind die heiligen Krokodile von Bazoulé Menschen aber überaus gewöhnt, spdass sie selbst wenn man sich auf sie draufsetzt oder sie streichelt (siehe Foto), sich um keinen Zentimeter bewegen. Also nochmal Glück gehabt! Ich kann jedem einen Besuch Burkina Fasos und ein Praktikum bei SEWA nur empfehlen: Man wird auf jeden Fall Erfahrungen fürs Leben sammeln!

 

Letzte liebe Grüße aus Ouaga,

 

Julia

 

 

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Zweiter Praktikumsbericht: Von Solarelektrifizierungen, Familienfesten und gigantischen Wassermassen

Meine zweite Praktikumswoche bei SEWA geht seinem Ende zu. Diese Woche sind wieder viele neue Eindrücke auf mich eingestürzt, und ich habe bei meiner Arbeit bei SEWA viel über das Thema Solarelektrifikation in Afrika lernen können. Da ich an der Verbesserung der Fragebögen für elektrifizierte Schulen und Krankenstationen arbeite, habe ich mich erst einmal in die vorhandene Literatur zum Thema etwas eingelesen. Ich habe gelernt, dass Afrika südlich der Sahara der niedrigst elektrifizierte Teil der Erde ist, in Burkina Faso hat z.B. nur 1% (2005) der ländlichen Gegenden Zugang zu Elektrizität(Ouattara, 2010). Da in Westafrika die Menschen auf dem Land in verstreuten Siedlungen leben, sind die Anschlusskosten an ein Elektrizitätsnetz wie wir es aus Deutschland gewohnt sind, nur unter hohen Kosten möglich, die weder die Regierung noch die Menschen vor Ort, bereit und fähig sind zu zahlen. Photovoltaik (PV) Module stellen daher eine Möglichkeit dar, dezentral über die Kraft der Sonne (vor der ich mich hier nur mit Sonnenschutzmittel LSF 50 und langer Kleidung etwas schützen kann) Elektrizität herzustellen. Der größte Vorteil von PV ist die Erzeugung von Licht, das in Qualität und Gesundheit den alternativ genutzten raucherzeugenden Petroleumlampen, Kerzen oder vollkommender Dunkelheit ab 18/19 Uhr weit überlegen ist. Jedoch bleibt die PV-Techniktrotz sinkender Weltmarktpreise immer noch unerschwinglich für die große Mehrheit der armen Haushalte in Afrika. Außerdem wird kritisiert, dass der hohe Importanteil an PV-Technik zu einer weiteren Abhängigkeit Afrikas an ausländischen Waren führt. Nichtsdestotrotz gehört PV in einen ausgewogenen Energiemix jedes afrikanischen Landes aufgrund des schieren Angebots an Sonnenstrahlung und kann - wie das Beispiel Deutschland gezeigt hat - durch geeignete staatliche Instrumente auch gefördert werden – nur geschieht das in Burkina Faso noch so gut wie gar nicht. PV-Anlagen können nämlich auch erhebliche Vorteile haben, erst recht wenn, wie SEWA es macht, sich Solarelektrifikation nicht nur auf einzelne Haushalte, sondern auf Schulen und Krankenstationen konzentriert, wo positive Effekte für bessere Bildung und Gesundheit wahrscheinlicher zu erzielen sind als mit Installationen für private Haushalte, wo der Strom nämlich oft (und wer kann es den Leuten verdenken) für TV und Radio genutzt wird (die nichtsdestotrotz auch indirekte Bildungeffekte haben können, z.B. über Nachrichten oder das Vertrautmachen mit anderen Sprachen). In Schulen kann eine Elektrifizierung der Klassenräume dazu führen, dass die Schüler auch nach dem Einbrechen der Nacht (hier etwa 18Uhr) noch lernen, Hausaufgaben erledigen oder sich auf Prüfungen vorbereiten können. Lehrer auf dem Land können sich durch das Solarlicht besser auf die Unterrichtsstunden des folgenden Tags vorbereiten. In Krankenhäusern können z.B. Geburten ohne den Gebrauch von Taschenlampen begleitet und Patienten behandelt werden. Die Vorteile liegen auf der Hand und stellen tatsächlich einen Meilenstein für die Schulen und Krankenstationen auf dem Land in Burkina Faso dar. Jede Spende für eine Elektrifikation hat damit einen langanhaltenden Effekt für die Menschen dieses Landes.

 

Neben der Arbeit bei SEWA habe ich in den ersten beiden Wochen in Ouagadougou auch viele Dinge des täglichen Lebens hier entdeckt, gestaunt und oft in mich rein geschmunzelt. Ich staune jeden Morgen auf dem Weg zur Arbeit über die vielen hübschen Frauen in ihren bunten Kleidern, die auf ihren Mopeds an mir vorbeidüsen. Da merkt man, dass wir in Deutschland auch mal einen Farbtupfer mehr vertragen könnten! Ich bin überaus beeindruckt von den Frauen, die hier alle möglichen Dinge auf dem Kopf mit sich herumtragen und so beide Hände immer frei haben: da schweben Kleidung, Nahrungsmittel, aber auch Stühle in der Luft und das beste Jonglierstück überhaupt, was ich bisher gesehen habe: ein bis zwei Paletten Eier! Wieviel Übung bzw. Selbstbewusstsein muss man dafür haben!

 

Auch bin ich erstaunt, wie die Leute hier einfach so auf dem Boden schlafen können. Als sich meine SEWA-Kollegin Solange das erste mal nach dem Mittagessen hinter mir auf den Boden legte, um zu schlafen (ohne Kissen, Decke, nix) konnte ich es erst gar nicht glauben. Mittlerweile habe ich mich an meine auf den Boden schlafenden Arbeitskollegen gewöhnt?. Essensmäßig gibt es hier nicht viel Abwechslung. Ich sage nur „Reis, Reis, Reis“! Mal mit Tomatensoße, mal mit Erdnusssoße – quasi im Tageswechsel. Nun bin ich als Vegetarierin hier natürlich sowieso ein bisschen eingeschränkt – aber auch ist es eine Konfrontation mit der Realität in Burkina Faso: Gemüse und Obst gibt es wenig und kostet so viel, dass es sich die meisten Einheimischen gar nicht leisten können. Auch wenn ich die Mangos hier total klasse finde – leider sind die 2 Euro für 5 Mangos trotzdem für viele zu viel Geld.

 

Da ja derzeit Regenzeit ist, regnet es in Ouaga fast täglich – was einerseits gut ist, da es dadurch nicht so warm ist, andererseits stellt der massive Regen hier ein wirkliches Infrastrukturproblem dar, denn viele Straßen in Ouaga sind nicht betoniert, sondern sind einfache Straßen aus der hier typischen roten Erde. Regnet es, füllen sich die Straßenlöcher umgehend mit Wasser und ganze Straßenabschnitte werden überschwemmt. Gestern Abend habe ich den richtigen Moment zum nach Hause fahren verpasst und hätte es mit meinem Moped auch gar nicht mehr nach Hause geschafft. Selbst manche Autos haben sich hier auf der Straße vorm Büro im Schlamm festgefahren, eins ist sogar ausversehen in den Abwasserkanal gefahren und umgekippt, weil das Wasser so hoch stand, dass man Straße von Kanal nicht unterscheiden konnte. Als mich zwei Kollegen dann im Jeep nach Hause gefahren haben, kamen wir an einer riesigen Wasserfläche vorbei. Ich: „Ist das einer der drei Stauseen von Ouaga?“ Antwort: „Nein, das ist nur ein überschwemmtes Feld.“ Die Wassermassen, die hier vom Himmel fallen, sind wirklich gigantisch!

 

Heute hat einer der MicroSow-Kollegen die Geburt seiner Tochter gefeiert. Nach muslimischer Tradition lädt man wohl 7 Tage nach Geburt Familie und Freunde zu sich nach Hause ein und gibt dem Kind dann seinen Namen. Es wurde ein Schaf geschlachtet und schon 10Uhr morgens laut Disco-Musik aufgedreht sowie ein Reismilch-ähnliches Getränk serviert. Ich habe die Möglichkeit genutzt mal ein paar Fotos von den Gästen und der größer gewordenen Familie zu schießen (siehe Fotos).

 

Nun bin ich schon auf mein zweites Wochenende in Ouaga gespannt: wir wollen in zu einem heiligen See mit Krokodilen fahren, denen wir ein Hühnchen opfern werden (obwohl ich damit als Vegetarierin nicht wirklich einverstanden bin). Mal schauen, ob ich mich überwinden kann.

 

 

 

Viele Grüße aus Ouaga,

 

Julia

 

 

Erste Eindrücke vom Praktikum bei SEWA in Ouagadougou

Mein Name ist Julia Hoffmann. Ich bin 26 Jahre alt und ich absolviere diesen Juli 2012 ein Praktikum im Büro von SEWA in Ouagadougou. Nach meinem Abschluss in Umweltwissenschaften und Nachhaltigkeit im Juni dieses Jahres habe ich mich – zusammen mit meinem Freund, der ebenfalls ein Praktikum in der Hauptstadt Burkina Fasos macht – entschieden, nach Ouagadougou zu kommen. Mit dem Praktikum bei SEWA habe ich die Möglichkeit, mich zum ersten mal mit dem Thema der Solarelektrifizierung auseinanderzusetzen, die lokalen Probleme aber auch Lösungsansätze kennenzulernen, als mich auch hoffentlich nützlich in die Projektarbeit SEWAs einzubringen. Nachdem ich in Deutschland durch ein Telefongespräch sowie kleines Vorbereitungsseminar mit vier der SEWA-Freiwilligen durch viele Informationen aus erster Hand ein ungefähres Bild von Ouagadougou machen konnte, und Teile der Arbeit SEWAs kennengelernt habe, haben wir entschieden, dass ich hier vor Ort am besten bei der Verbesserung der Fragebögen an Schulen und Krankenstationen sowie der Projektevaluierung mitwirken kann.

 

Nun bin ich seit 3 Tagen in Ouagadougou. Die ersten Eindrücke sind wirklich überwältigend. Schon beim Aussteigen aus dem Flieger auf dem „Internationalen Flughafen Ouagadougou“ (der übrigens der einzige, aber auch mitten in der Innenstadt gelegene Flughafen ist) überfällt einen die Hitze. Es ist zwar gerade Regenzeit und damit etwas kühler, aber da der deutsche Sommer dieses Jahr nun nicht gerade warm ausgefallen ist, macht ein plötzlicher Sprung auf 30 Grad dann doch schon etwas aus. Kaum raus aus dem Flieger (in dem ich übrigens schon meinen ersten Heiratsantrag von meinem Sitznachbarn erhalten habe), ging es dann auch schon rauf aufs Moped, denn abgeholt wurde ich von Freunden meines Freunds, die – wie so gut wie alle Menschen hier – auf 2 Rädern unterwegs sind. Irgendwie haben wir auf dem Moped auch meinen 60 l-Backpack verstauen können und los ging es durch den abenteuerlichen Ouagadougou-Verkehr: Abgasladung inklusive.

 

An meinem ersten Tag habe ich auch gleich Solange, die Sekretärin von SEWA in Ouagadougou kennenlernen können. Sie wohnt im selben Stadtviertel wie ich: in Cissin, im Süden der Stadt. Wir verabredeten uns für den folgenden Morgen, damit ich mit ihr gemeinsam zum SEWA-Büro fahren könne. 7:30 Uhr morgens ging unsere gemeinsame Mofa-Fahrt durch Ouagadougou los. Circa 45 min brauchen wir, denn ihr Mofa gehört eher zu den langsameren Modellen – was aber gar nicht so schlimm ist, denn so bleibt mehr Zeit, um die neue Umgebung und die Menschen um mich herum zu beobachten: viele kleine Geschäfte, die Taschen, Möbel und andere Dinge verkaufen; Essensstände, viele Straßenhändler und -verkäufer und jede Menge kleine Motorrad“werkstätten“ unter freiem Himmel – die wir in den drei bisherigen Tagen auch schon zweimal nutzen mussten. Vorbei kommen wir auch an vielen Regierungsgebäuden, die sich - zumindest laut Aufschrift - um „nachhaltige Entwicklung“ und „Wirtschaftsentwicklung“ kümmern. Viel zu sehen ist davon leider in Realität nicht. Die Armut und Umweltverschmutzung sind überall offensichtlich – und es fällt einem schwer, damit umzugehen. Auch wird einem bewusst, wie viele ausländische Organisationen in Ouagadougou arbeiten: Die großen Jeeps, die an einem vorbeirauschen, gehören oftmals zu UN-Organisationen oder anderen Entwicklungshilfeeinrichtungen.

 

Wie man schon merkt, es gibt jede Menge zu berichten aus Ouagadougou und sicherlich auch bald mehr von meiner Arbeit hier. Darüber schreibe ich das nächste Mal.

 

Warme Grüße aus Ouaga!

 

Julia

 

 

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