Sonnenenergie für Westafrika e.V.

Énergie Solaire pour l’Afrique de l’Ouest » (diminutif allemand : SEWA) est une organisation allemande-burkinabé à but non-lucratif qui s’engage pour l’amélioration des conditions de vie en Afrique de l’Ouest grâce à l’énergie solaire.

Gute Nachrichten aus Napalgué

Vor einem Jahr machte das Dorf Napalgué in Burkina Faso Schlagzeilen: Die schlechteste Grundschule des Landes, nur ein einziger von 48 Schülern hatte die Abschlussprüfung bestanden. Die Gründe für das Scheitern sind beispielhaft für die ländlichen Regionen Westafrikas: Lehrkräfte sind unmotiviert, weil sie aufs Dorf geschickt werden, weit weg von ihren Familien, elektrischen Strom und fließend Wasser. Und die Schüler bekommen nur wenig Unterstützung durch ihre Eltern, da für diese die Arbeit im Haushalt und auf dem Feld dringender sind als die Hausaufgaben ihrer Kinder.

Bei einem Besuch von SEWA in Napalgué bewarb sich die Dorfgemeinschaft dann um eine Solaranlage für ihre Schule. Die sollte abends für Beleuchtung sorgen und Kinder wie Lehrer wieder motivieren. Gefördert vom Land Baden-Württemberg konnten wir die Anlage schnell realisieren. Seit Januar zieht das Schulgebäude nun jeden Abend die Blicke auf sich, weil es der einzige Ort mit elektrischer Beleuchtung im Dorf ist. Auch ihre Handys können die Lehrer nun hier aufladen und müssen dafür nicht mehr bis in die nächste Stadt fahren. 

Im Juni konnte der Erfolg nun auch in Zahlen gemessen werden. Es war wieder Prüfungszeit und statt im letzten Jahr einem Grundschüler schafften diesmal 45 die Abschlussprüfung, die sie zum Besuch einer weiterführenden Schule berechtigt. Das Ergebnis ist ein Erfolg für den neuen Schuldirektor und auch ein Erfolg für SEWA, denn es zeigt, wie viel eine kleine Photovoltaikanlage von 85 W für ein ganzes Dorf bewirken kann. Die Schüler haben einen Ort, an dem sie nach Einbruch der Dunkelheit lernen können, die Lehrer können sich auf den Unterricht am nächsten Tag vorbereiten und für die Dorfbewohner hat die Schule einen ganz neuen Stellenwert eingenommen.

Zwei neue Solaranlagen in Burkina Faso dank vieler Crowdfunding-Unterstützer

Unser Projektmanager Yéral Dicko war vom 5. bis 7. April 2016 wieder einmal mit dem Team der Firma MicroSow unterwegs, um in zwei Projekten von SEWA Solaranlagen zu installieren. Erstes Ziel war das Dorf Gambo. Das dortige Gesundheitszentrum hatte sich bereits 2012 bei SEWA beworben, um eine Beleuchtung für die Geburtsstation zu erhalten. In dieser Geburtsstation kommen jährlich etwa 1000 Kinder zur Welt. Viele dieser Geburten finden nachts statt. Da es in Gambo kein Elektrizitätsnetz gibt, wurden nächtliche Geburten bisher im Licht von Taschenlampen betreut. Das macht die Arbeit für die Hebammen äußerst schwierig und stellt ein ernstes Gesundheitsrisiko dar, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Dank der neuen Solaranlage ist dieses Problem aber nun gelöst. Zwei 80-Watt-Solarpaneele erzeugen genug Strom für acht Energiesparlampen, die den Kreißsaal und die Bettenzimmer hell beleuchten. Während der Installationsarbeiten blieb die Geburtsstation geöffnet und in eineinhalb Tagen kamen sieben Frauen zur Entbindung in die Station.

  

Zweites Ziel war das Dorf Djouma Mossi. Die dortige Schule wurde ebenfalls für die Aufnahme in das Elektrifizierungsprogramm ausgewählt. April ist der heißeste Monat in Burkina Faso und nicht selten steigt das Thermometer auf bis zu 40 Grad Celsius. Die Hitze macht den Technikern der Firma MicroSow besonders beim Montieren der Solarpaneele auf dem Dach und beim Verlegen der Kabel zu schaffen. Ermutigt von den vielen Dorfbewohnern, die gekommen sind um den Installationsarbeiten beizuwohnen und großes Interesse zeigen, schaffen es die Techniker, dass noch am Abend zum ersten Mal in Djouma Mossi das Licht eingeschaltet werden kann. Das Staunen ist groß wie hell die LED-Lampen die Klassenzimmer ausleuchten und die Schule von weither sichtbar machen. Sogar aus benachbarten Dörfern kommen zwei Schuldirektoren, um die neue Solaranlage in Djouma Mossi anzusehen. Sie erkundigen sich sogleich bei SEWAs Projektmanager Yéral Dicko, wie auch ihre Schule sich um eine solche Förderung bewerben kann.

  

Weitere Photos und Informationen sind auf den Projektseiten von Gambo und Djouma Mossi zu finden. Dort sind das Gesundheitszentrum und die Schule auch auf einer Karte markiert. Wenn man auf Satellitenansicht umstellt und hereinzoomt, erkennt man das Dorf Gambo und die Gesundheitsstation und in Djouma Mossi das Schulgebäude und etwas weiter entfernt den Stausee zur Bewässerung der Gemüsegärten.

Die beiden Projekt in Gambo und Djouma Mossi wurden ermöglicht durch die vielen Spenden, die SEWA e.V. über die Crowdfunding-Webseite erhalten hat. Im Namen der Menschen in Gambo und Djouma Mossi bedanken wir uns bei allen Spendern! Wir haben bereits zwei neue Solar-Hilfsprojekt ausgewählt, für die wir nun über Betterplace.org Spenden sammeln!

Projektreferenz: 
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