Pathiri

Projektnews

Wie weht der Wind? Anemometer-Installation in Pathiri

In dem kleinen Dorf Pathiri  (Gemeinde Arbollé im Nord-Westen von Ouagadougou) wurde vor wenigen Tagen von SEWA e.V. ein Anemometer (Windmessgerät installiert) installiert, um während eines Jahres die Windgeschwindigkeit und Windrichtung zu messen. Das Messinstrument wurde auf einem bereits vorhandenen Wasserturm montiert und befindet sich nun in einer Höhe von ca. 18 Metern. SEWA e.V. möchte herausfinden ob an markanten geographischen Punkten und in relativ großer Höhe die Installation von Kleinwindanlagen als Ergänzung zu Photovoltaik-Anlagen sinnvoll sein könnte.

In anderen Regionen Westafrika gibt es bereits Beispiele fuer den Einsatz von Kleinwindanlagen, so zum Beispiel in Mali.

Projektreferenz: 

Elektrifizierung des CSPS und der Grundschule in Pathiri


Installation der Leitungen und Lampen in der Schule in Pathiri Ein weiterer Lichtblick in Burkina Faso: Bereits im März 2006 wurde im Dorf Pathiri ein Klassenraum der Grundschule durch SEWA elektrifiziert. Dank der Spende des Gymnasiums Fürstenried war es nun im Februar 2012 möglich, noch einen weiteren Raum der Schule und das nahe gelegene CSPS, die örtliche Krankenstation, mit Solar-Paneelen für lichte Abendstunden auszustatten. So bieten nun die beiden wohl wichtigsten Gebäude der kleinen Ortschaft auch nach Sonnenuntergang noch Licht zum Lernen und Arbeiten.

En brousse – auf geht's in den Busch

Als sich Michael Bührer am 07.02.2012 zusammen mit dem Team unseres langjährigen Partners MicroSow auf den Weg nach Pathiri machen möchte, muss er erleben, wie ihm der Winter des Sahelstaates kurzer Hand einen Strich durch die Rechnung macht: Auf Grund des Harmattan, dessen kalte Luft jede Menge Sand mit sich bringt, ist der geplante Start der Mission für diesen Tag unmöglich. Doch Michael reagiert gelassen - der 29-jährige Vorsitzende des Vereins Movement e.V. ist seit Jahren in Burkina-Faso aktiv und weiß, dass hier vieles nicht sofort klappt, wie man es sich vornimmt. Seit 2009 kennt Michael die Aktivitäten von Sonnenenergie für Westafrika e.V. (SEWA) und bot dem Verein im vergangenen Jahr dankenswerterweise seine Hilfe an: Er wird die Elektrifizierungsmission nach Pathiri begleiten und den SEWA-Mitarbeiter Yéral Dicko bei der Photodokumentation unterstützen. Am folgenden Tag sieht der Himmel schon viel besser aus und so startet der Geländewagen mit Michael, Yéral und den Technikern von MicroSow von der Hauptstadt des Landes, Ouagadougou, aus in Richtung des kleinen Dorfes im Norden des Landes. Die ersten Kilometer werden noch auf Teer zurückgelegt, doch dann geht es schnell „en brousse“ - in den Busch, wo mit Schlaglöchern übersähte Sandpisten die einzigen Verbindungswege von einem Dorf zum nächsten darstellen. Nach knapp zwei Stunden Fahrt durch die zu dieser Jahreszeit verhältnismäßig kühle Luft kommt das Team in Pathiri an und wird von den Kindern der vier Klassen lauthals empfangen.

Eine Grundschule erweitert ihre Möglichkeiten...

Gerade einmal 1,700 Menschen sind in diesem Dorf fernab von Strom oder fießendem Wasser zu Hause. Doch fast 600 - also gut ein Drittel davon - sind Kinder im schulfähigen Alter, für die Gesundheit und Bildung natürlich besonders wichtig sind.
Dimaz installiert das Panel auf dem Dach der Schule in Pathiri Nach der Ankunft in Pathiri machen sich die Techniker gleich ans Werk, auch den zweiten Klassenraum der Grundschule für eine Elektrifizierung vorzubereiten. Währenddessen ist der Direktor eingetroffen und gemeinsam mit Yéral und Michael bespricht er die Handhabung und Auslastung der Anlage. Als die kleine Gruppe daraufhin zum anderen Klassenraum kommt, entdecken sie, dass die Techniker bereits gut vorangekommen sind – am selben Abend noch werden die Kinder der Schule auch hier das Licht der Energiesparlampen zum Lesen und Lernen nutzen können.
Am Ende dieses Tages sind Michael und Yeral, besonders aber auch die Techniker erschöpft und darum dem Naaba - dem Dorfältesten - sehr dankbar dafür, dass er Ihnen Kost und Logis auf seinem eigenen Hof anbietet. So werden die tüchtigen Männer mit Essen und sogar mit warmem Wasser zum Duschen versorgt.

… und die Krankenstation zieht nach


Yéral erklärt den Umgang mit der Solaranalage Am nächsten Morgen nehmen die Techniker gleich die beiden Gebäude des CSPS in Angriff. Um der Krankenstation den Betrieb nach Untergang der Sonne zu ermöglichen, müssen natürlich auch hier das Panel und die Batterie installiert, jede Menge Kabel verlegt und Lampen angebracht werden. In der Zwischenzeit haben sich Michael und Yéral mit der Elterngemeinschaft der Schule eingefunden, um zu besprechen, was mit der erst am Vortag erweiterten Anlage möglich, aber auch, was nicht ratsam ist. Dazu erklärt Yéral an Hand des „Plaque d'entretien“ die wichtigsten Punkte der Instandhaltung und der ordnungsgemäßen Handhabung. Das „Plaque d'entretien“ ist ein Schild mit leicht verständlichen Piktogrammen der „dos and don'ts“ des Umgangs mit der Installation. Dieses wird im Anschluss über dem Batteriekasten angebracht, damit die Nutzer der Anlage jederzeit an die wichtigsten Instruktionen erinnert werden. Licht in der Schule in Pathiri Währenddessen ist einige Zeit vergangen, die die Techniker nicht ungenutzt haben verstreichen lassen. Die Arbeit an der Krankenstation geht zügig voran und so können die Bewohner des Dorfes bereits an diesem Abend die erleuchteten Räume des CSPS bestaunen. Bisher war es dem Personal nur im Licht einer schummrigen und gesundheitsschädlichen Petroleumlampe möglich, auch nach 18 Uhr noch Patienten zu versorgen oder gar die Geburt eines Kindes zu begleiten. Das Spenderschild des Gymnasiums Fürstenried-West Durch die Installation der Solaranlage wurden hier die Möglichkeiten in großem Maße vereinfacht und erweitert. Am Ende des Tages kann das Team stolz auf seine Arbeit blicken. Die Krankenstation und auch ein zweiter Klassenraum profitieren in der Zukunft von hilfreicher Solartechnik. Dies hat weitreichende Auswirkungen auf das ganze Dorf: Die Schüler können nach Sonnenuntergang ihre Hausaufgaben machen, die Lehrer ihren Unterricht vorbereiten und das Personal der Krankenstation ist auch dann problemlos in der Lage zu helfen, wenn nachts medizinisch Not am Mann oder der Frau ist.

Und wie geht's weiter?

Mit der Elektrifizierung des zweiten Klassenraums und der Krankenstation in Pathiri ist das Projekt natürlich nicht abgeschlossen. Eine nachhaltige Verbesserung kann nur dadurch gewährleistet werden, dass in regelmäßigen Abständen Nachbesuche durchgeführt werden, die den Austausch mit der Bevölkerung des Dorfes und dabei ganz besonders mit dem Personal der Grundschule und der Krankenstation ermöglichen. In den nächsten zwei Jahren wird SEWA drei Nachbesuche in Pathiri durchführen, um zu verfolgen, wie die Installationen in der Grundschule und der Krankenstation von Pathiri genutzt werden.

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